Landkreis Saarlouis
 
 

Landrat und Wirtschaftsförderung im Gespräch mit dem lokalen Einzelhandel

Das Herunterfahren des öffentlichen Lebens mit Schließungen im Einzelhandel, Dienstleistungsgewerbe, Gastronomie und Hotellerie sowie im Kulturbereich führen auch im Landkreis Saarlouis zu einer angespannten Wirtschaftslage. Landrat Patrik Lauer und WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl haben mit Einzelhändler Paul Leinen (Paul Leinen Haushaltswaren) und Geschäftsführer Markus Wagner (Juwelier Geschäft Josef Wagner GmbH) gesprochen, um über deren Herausforderungen durch die Corona-Pandemie aus erster Hand zu erfahren.

Paul Leinen berichtet: „Die Aussagen der Politik sind leider sehr schwammig und verändern sich aus meiner Sicht zu unseren Ungunsten. Die Verunsicherungen, die sich für mich als persönlich haftender Unternehmer daraus ergeben, belasten die Psyche. Ich kenne viele Handelskollegen, die sehr angespannt und verunsichert sind und mit erheblichen Existenzängsten leben. Wir wollen endlich Licht am Ende des Tunnels sehen.“ Viele Unternehmer setzen jetzt auf die Transformation des stationären Einzelhandels in einen Online-Handel oder auf ‚Call and Collect‘. Markus Wagner erläutert die Grenzen des Online-Angebots für den Einzelhandel: „Ein Angebot wie ‚Call and Collect‘ berücksichtigt bei uns nur den Aspekt der persönlichen Kundenpflege. Wir erreichen damit maximal 10 % unseres Umsatzes. Wir möchten ausdrücklich klarstellen, dass wir keine Corona-Leugner sind! Dennoch ist es jetzt an der Zeit, sich mit innovativen Lösungen für den Einzelhandel zu befassen.“

Landrat Patrik Lauer und WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl folgten den Schilderungen der Unternehmer beim Gespräch aufmerksam. „Die Politik kündigte ‚schnelle und unbürokratische Hilfen‘ an – aber oft war in der Vergangenheit das Gegenteil der Fall“, ergänzt Landrat Patrik Lauer. „Die Geschäfte haben exzellente Hygienekonzepte erarbeitet und brauchen nun endlich eine Perspektive, wann sie wieder öffnen können.“ Die aktuell erweiterten staatlichen Hilfen sollen erst im März fließen, dann könne es aber für Viele zu spät sein. „Die langsame Umsetzung und die geringe Höhe der Finanzhilfen beschädigen zunehmend das Vertrauen in effektive Hilfsprogramme der Politik und gefährden den Fortbestand vieler Unternehmen“, befürchtet WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl. „Als Folge dieser Situation haben viele Ladeninhaber in der Corona-Krise bereits ihr Geschäft aufgegeben“, zieht Pohl Bilanz.

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass es ein konkretes Wiedereröffnungsszenario für alle Branchen, unbürokratische und schnelle Überbrückungshilfen sowie faire und angemessene direkte Ausgleichszahlungen für fehlende Umsätze und Unternehmensgewinne brauche, um den lokalen Akteuren in der Corona-Pandemie wieder eine Perspektive zu bieten.

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